

Am 12.5.1919 wird die Patentmöbelfabrik GmbH als erster Industriebetrieb in Oberwolfach von Wilhelm Beller, Reinhard Häufle, Paul Schmelcher, Franz Mangelsdorf als Gesellschaft mit eingeschränkter Haftung gegründet. Das Tätigkeitsfeld umfasst die Herstellung von Büromöbeln sowie Rolladen, Verbandschienen und Rollschutzwänden.
Am 15.11.1920 wird Fritz Hund als Gesellschafter der Patentmöbelfabrik GmbH eingetragen. Bis zu seinem Tod 1946 leitete Fritz Hund das florierende Unternehmen mit großem Erfolg und schuf das Fundament für die 90-jährige Traditions- und Unternehmensgeschichte der Hund Büromöbel GmbH.

Die im Jahre 1909 oberhalb der unteren Ziegelbrücke errichtete Schreinerei Reinhard Häufle hat, nachdem sie 1914 den Betrieb einstellte, in diesem Jahr einen Besitzer gefunden. Wie uns Herr Beller mitgeteilt hat, hat er für MK 98.500,– den dreiteiligen Fachwerkbau nebst Gelände und Maschinen erworben.


Nach dem erfolgreichen Start der heutigen Einheits-Büromöbel-Werke AG konnte der Mitarbeiterbestand von 7 auf insgesamt 81 erhöht werden. Dies hatte zur Folge, daß eine Aufstockung der Fabrikhalle und Anbau des Maschinensaals vorgenommen werden mußte neben dem Erwerb der Möbelfabrik Kammerer & Stigler, Wolfach. Der am 15.11.1920 eingetragene Gesellschafter und im Februar 1921 bestellte Prokurist Fritz Hund konnte das neue Büromöbelprogramm vorstellen und gleichzeitig bekannt geben, daß die Firmierung in Einheits-Büromöbel-Werke umbenannt werde, um das eigentliche Herstellungsprogramm weiter in den Vordergrund zu stellen. Neben den bisherigen Schreibmaschinentischen, Schreibtischen, und Rollschränken wurden Chefpulte, Karteikästen und vor allem, den Erfordernissen der Organisation Rechnung tragend, Organisationsschreibtische und Vertikal-Registratur-Schränke ins Programm aufgenommen.

Fritz Hund wurde am 2.3.1889 als einziger Sohn von sechs Kindern des Bierbrauers Wilhelm Hund und seiner Frau Berta Schumacher in Offenburg geboren. Nach Abschluß der Volksschule absolvierte Fritz Hund in Weihenstephan sein Diplom als Braumeister. Nach Absolvierung seiner Militärzeit und Einsatz während des Krieges an der Westfront kehrte Fritz Hund 1918 als dekorierter Artillerie-Leutnant nach Hause zurück. 1917 heiratete Fritz Hund Helene geb. Dahlinger, aus deren Ehe 2 Söhne hervorgingen. Da zwischenzeitlich nach dem frühen Tod des Vaters Brauerei und Gastwirtschaft verkauft waren, trat Fritz Hund am 15.11.1920 als Gesellschafter in die damalige Patentmöbelfabrik GmbH ein, wurde 1921 als Direktor und Vorstandsmitglied in die Einheits-Büromöbel-Werke AG berufen.
1935 übernahm Fritz Hund als Komplementär neben Eugen Rohm die finanzielle Mehrheit der Möbel-Werke Hund & Rohm KG. Nach Ausscheiden des letzten Teilhabers, E. Rohm, konnte Fritz Hund am 1.1.1946 das Unternehmen seinen Söhnen Horst und Gerd Hund übergeben. Fritz Hund ist es durch Tatkraft, Energie und Ausdauer gelungen, aus der Patentmöbelfabrik ein schlagkräftiges Unternehmen der Büromöbel-Branche zu formen, mit Absatzgebiet in allen Besatzungszonen, das im Jahre 1939 seinen Höchststand mit 137 Beschäftigten erreichte.
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