
Nach einem Jahr konnten jetzt die Vorarbeiten für das neue Organisationsprogramm novaplus abgeschlossen werden. Neben dem bisherigen Standard-Rolladen-programm wurden Organisationsmöbel mit Rolladen und Schubladen der Modellreihe novaplus R und S in Eiche natur und in gehobener Ausführung in Nußbaum natur mit entsprechendem Schrankprogramm auf Mittelfüßen mit Stahlrohr gefertigt.
Ergänzend wurde mitgeteilt, daß am 16.12.1954 ein Unterstützungsverein von der Möbel-Werke Hund KG zur freiwilligen Unterstützung der Rentner gegründet wurde. Ebenso wurde am 5.2.1957 der Firmenname in Möbel-Werke Hund KG geändert lt. Veröffentlichung Notariat Wolfach HR A 3 Nr. 116.

Diese freiwillige Form der betrieblichen Altersvorsorge ist bis heute bei Hund Büromöbel erhalten geblieben und wird an Mitarbeiter ab dem 10. Zugehörigkeitsjahr
ausgezahlt.

In den 70er Jahren zog die Modernisierung schnellen Schrittes in das Unternehmen ein. Sowohl in Produktions- und Organisationsabläufen, als auch im Produkt-Design bahnten sich weit reichende Erneuerungen an. So hielt zunächst die elektronischen Datenverarbeitung in Finanzbuchhaltung und Produktion Einzug. Hund Büromöbel beschritt damit als eines der ersten Unternehmen der Branche EDV-Neuland und war dadurch mit der Einführung von EDV-Systemen speziell für die Möbel- und Holzindustrie schon damals führend.
Außerdem wurde die Begeisterung der Flower-Power-Generation für Farbenvielfalt und -intensität nun auch über die Büroausstattung transportiert: novaplus wurde in den neuen Trendfarben produziert.
Gerd Hund, geschäftsführender Gesellschafter der Hund Büromöbel GmbH, wurde 1923 in Wolfach geboren. 1941 bestand er das Abitur an der Wirtschaftsoberschule in Freiburg. Arbeitsdienst und Militärdienst nahmen ihn in eine unbarmherzige und harte Lehre. Aus russischer Gefangenschaft glückte ihm die Flucht nach Hause. Nach Kriegsende begann er das Betriebswirtschaftsstudium in Freiburg und Mannheim und konnte dies 1949 mit dem Abschluß des Diplom-Kaufmanns beenden. Am 1. Oktober 1949 übernahm er, der schon seit 1946 Gesellschafter war, als Geschäftsführer mit seinem Bruder die Leitung des Betriebs. Die Lücke des 1946 verstorbenen Vaters galt es jetzt zu schließen.
Schon 1951 wurde der Ausbau des Biberacher Werks mit dem 1. Bauabschnitt von 600 qm begonnen und nach und nach zielstrebig über Jahre zu einem modernen, maschinell hochgerüsteten Industriebetrieb ausgebaut.
Frühzeitig erkannte Herr Gerd Hund die Notwendigkeit der Organisationsmöbel und entwickelte Anfang der 70er Jahre das novaplus Programm als Organisationsprogramm, bestehend aus Schreibtischen, Schreibmaschinentischen und Schränken.

Unter Gerd Hunds Führung wurde übrigens auch der Wechsel von Holz- zu Stahlrohrgestellen in der Produktion vollzogen. Er unterstützte außerdem die Einführung der elekronischen Datenverarbeitung und bekleidete eine Reihe von Ehrenämtern, u. a. als Vorstands- und Beiratsmitglied des Verbandes der Büromöbelindustrie in Wiesbaden und als ehrenamtlicher Richter am Landesarbeitsgericht in Offenburg.
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