
Aus Anlass des Generationswechsels in der Geschäftsführung luden Dieter und Hendrik Hund am 7. Juni 1993 zu einem festlichen Empfang.
Zum 31. Mai wird Herr Gerd Hund aus der Geschäftsführung unseres Unternehmens verabschiedet. Er wird jedoch weiterhin als Berater dem Unternehmen verbunden bleiben. Herr Gerd Hund kann auf eine 43-jährige erfolgreiche Tätigkeit zurückblicken. Gleichzeitig wird Herr Horst Hund seine Beratertätigkeit beenden und nach einer 47-jährigen erfolgreichen Tätigkeit aus unserem Unternehmen ausscheiden. Diese Gründe möchten wir zum Anlaß nehmen, Sie, die in unterschiedlichen Funktionen den erfolgreichen Weg unseres Unternehmens begleitet haben, zu einem Empfang einzuladen.
Gleichzeitig möchten wir Sie zu einer Betriebsbesichtigung unseres Werkes Biberach einladen. Wir möchten Ihnen die neue Hallenerweiterung mit vollautomatischem Plattenlager und unsere Büroerweiterung zeigen.
Horst und Gerd Hund konnten aus der Leitung der Unternehmensgruppe Hund Büromöbel verabschiedet werden. Zwei Brüder ungleichen Temperaments und ungleicher Arbeitsweise waren zum Erfolg verurteilt – denn sie waren beide tüchtig. Es liegt ein erfolgreiches Unternehmerleben hinter Horst und Gerd Hund, die im Alter von 75 und 70 Jahren ihr Lebenswerk nun ihren Nachfolgern übergeben. Diese übernehmen allerdings ein » bestens bestelltes Haus «, so der 1982 bestellte Geschäftsführer Dieter Hund. Der Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Büromöbelindustrie Wehr appellierte an die Junioren, er hoffe und bitte die neue Generation, in gleicher Weise wie ihre Väter weiter zu machen, das Unternehmen für die Zukunft expansionsfähig zu halten.
Im Jahr 1991 tritt Diplom-Kaufmann Hendrik Hund nach erfolgreichem Studium mit den Schwerpunkten Steuer-, Industriebetriebslehre und Wirtschaftsinformatik in das Unternehmen Hund Büromöbel GmbH ein. Kurze Zeit später wurde er zum Geschäftsführer berufen, nachdem sein Vater Gerd Hund als Geschäftsführer verabschiedet wurde. Er wird damit die Bereiche Einkauf, Buchhaltung / Controlling und Produktion übernehmen.


Der Auftrag hat ein Gesamtvolumen von rund 12 Mio. DM – klar, daß sich praktisch die gesamte Büromöbelbranche darum bemühte, den Zuschlag zu erhalten. Das Rennen machte schließlich der Sulzdorfer Büromöbelhersteller »OFF« , dessen Schreibtischsysteme die Oberfinanzdirektion in allen Belangen überzeugte: gefordert waren in den Ausschreibungen u. a. eine hohe Anpassungsfähigkeit an schwierige örtliche Gegebenheiten, eine ausgeprägte Bediener- und Montagefreundlichkeit, sowie eine weitgehende Wartungsfreiheit.
Der gesamte Bereich der objektspezifischen Möbel wurde ebenfalls der Biberacher Produktion angegliedert. Damit war die Möglichkeit gegeben, im Standort Sulzdorf / Unterfranken eine großzügige und moderne Endmontage einzurichten. Gleichzeitig konnte die Geschäftsleitung bekannt geben, daß nicht nur die Produktpalette durchgängig mit dem GS-Zeichen, sondern Hund Büromöbel darüber hinaus mit dem ISO 9001-Zertifikat ausgezeichnet wurde. Damit rückte Hund Büromöbel zu den geprüften Standorten für Umweltmanagement auf.
Mitte der 90er Jahre wurde die Zusammenarbeit und Beratungsleistung mit Fachhändlern intensiviert. Alle zwei Monate erschien ein Magazin mit dem Titel »novum organum« (insgesamt 12 Ausgaben), das über Themen wie »Wirtschaftlichkeit im Büro« oder »Visuelle Störungen« informierte. Durch Schulungsmaßnahmen wurden sowohl Mitarbeiter als auch wichtige Händler in Bereichen wie beispielsweise ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, Nutzwertanalyse oder Präsentationstechnik geschult oder auch zum geprüften Büroeinrichter ausgebildet. Zu dieser Zeit wurde auch den neuen politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten in den ehemaligen Ostblockländern Rechnung getragen. Ausgestellt wurde z. B. auf der FIBEX in Brünn, der IFABO in Budapest, der MEBLE in Posen, sowie auf der Büro- und Bankmesse in Riga. Diese führte dazu, dass der erste Einrichtungsabschnitt des Flughafens von Riga mit Möbeln von Hund Büromöbel ausgestattet wurde.


Möbel aus dem mittleren Kinzigtal werden demnächst die Büros des Europäischen Parlaments und der Organe der Europäischen Union zieren. Ein entsprechender Rahmenvertrag wurde im März von dem Generaldirektor für Verwaltung des Europäischen Parlaments Jean Feidt und der Firma Hund Büromöbel unterschrieben. Das geschätzte Auftragsvolumen des unterschriebenen Vertrags umfasst ca. 2,5 Mio. DM und läuft über 3 Jahre.
Nach langen intensiven Verhandlungen hat sich das Europäische Parlament für das Büro-Organisationssystem »Thelos« der Firma Hund Büromöbel entschieden. Es entspricht den modernen, präventiven Anforderungen, erfüllt die EU-Richtlinien und ermöglicht eine flexible Arbeitsplatzgestaltung.
Das Büroorganisationssystem »Thelos« wurde nach ganz besonderen Funktionsmerkmalen entwickelt: »Die Form des Bürosystems kommt aus der Geometrie, die Funktion basiert auf jahrelanger Erfahrung.« Durch eine neue Plattengeometrie, die auf die Proportionen der Menschen zugeschnitten ist, wird der Raumbedarf verringert und die nutzbare Tischfläche durch eine Vielzahl individuell einsetzbarer Einsatz- und Funktionsbereiche dementsprechend vergrößert. Handlich und werkzeugfrei werden Arbeitsplatten und Beistellmöbel auf die richtige Arbeitshöhe eingestellt.

Das neue Verwaltungsgebäude ist die gute Visitenkarte des Unternehmens. Mit dem neuen Verwaltungsgebäude konnte ein deutlicher Schlussstrich gesetzt werden, denn mit den großen Investitionen der vergangenen Jahre wurde das Ziel verfolgt, das Unternehmen für die Zukunft schlank werden zu lassen, um erfolgreich am Markt operieren zu können. Produktion und Verwaltung wurden auf zwei Standorte konzentriert und mussten dann noch funktionell verteilt werden. Für den Standort Biberach wurde ein deutliches Zeichen gesetzt.
Das Werk Wolfach wurde aufgelöst, indem nach der Produktionseinstellung 1995 nun auch der Verkaufsinnendienst, die Arbeitsvorbereitung und Technik sowie die Ausstellung von Wolfach nach Biberach verlagert wurden. Der Einzug erfolgte kurz vor Heiligabend, denn es war wirklich »5 vor 12«, die Infrastruktur wäre im Wolfacher Werk gar nicht mehr » 2000-fähig « gewesen. Wir hätten mit unserer EDV einen echten Crash erlebt. Auf fast 1.000 qm werden die neuesten Produkte nach Modell / Funktion / Design ausgestellt.
Als zweiter Investitionsschwerpunkt wurde eine neue Maschinenstraße, die den alten Doppelendprofiler ersetzte, installiert. Damit konnte die Produktion weiter flexibilisiert werden, keine größere Maschine ist damit älter als 8 Jahre. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen für ein modernes, flexibles, hochqualifiziertes maschinen- und konstruktionsbezogenes Werk.

Im April 2001 wurde die 3K Büromöbel-Vertriebs GmbH gegründet, die 3K-Produkte vermarktete. Der Vertrieb lag bei der 3K Büromöbel-Vertriebs GmbH, einer Tochter der Hund Büromöbel GmbH und die Produktion bei der alten 3K Büromöbel GmbH in Lorsch, die nicht übernommen wurde. Aufgabe war es, möglichst viel der auseinander laufenden Fachhändler und Endkunden der 3K Büromöbel GmbH noch zu retten.
Die Bemühungen erhielten aber einen weiteren Rückschlag, da zum Jahresende die 3K Büromöbel GmbH in Lorsch Insolvenz anmelden musste und die Produktion und damit die Produkte für die 3K Büromöbel-Vertriebs GmbH ausfielen.
Es musste über den Jahreswechsel hinweg ein Verkaufsinnendienst und zum Jahresanfang schnellstens eine neue Produktion der 3K Büromöbel in den eigenen Werken aufgebaut werden, obwohl keinerlei Konstruktionspläne, Lieferantenlisten usw. vorlagen. Oberflächen der Möbel, Konstruktionen und Maße wurden zwischen den 3K-Produkten und den Hund Büromöbel-Produkten vereinheitlicht. Neben verschiedenen Fachhändlern in der Bundesrepublik konnten auch die Großkunden US Army, Merck in Darmstadt und die BASF in Ludwigshafen erhalten bleiben.
In seiner Mitgliederversammlung in Nürnberg wählte der Verband »Büro-, Sitz- und Objektmöbel e. V.« (bso) Hendrik Hund einstimmig zu seinem neuen Vorsitzenden. In den letzten sechs Jahren leitete Hendrik Hund den EDV-Ausschuss des Verbandes, dem es unter anderem gelang, einen einheitlichen Datenstandard für die graphische und kaufmännische Einrichtungsplanung in der Büromöbelbranche zu schaffen. Bereits 1996 wurde er in den Vorstand des Verbandes der Deutschen Büromöbelindustrie Wiesbaden, gewählt. Seit 2000 ist er Mitglied im Vorstand des bso.
Nach Schließung der Baulücken im Werk Sulzdorf, wodurch der Produktionsablauf optimiert wurde, konnte mit der Produktion von 3K Büromöbeln begonnen werden. Es folgte eine Erneuerung der Schrank-Endmontage mit Maschinen, die für die speziellen Ansprüche der Gehrungsverleimung entwickelt wurden. Ebenso wurden neue Arbeitszeitmodelle in der Produktion eingeführt, um die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber klassischen Serienmöbelherstellern erhalten zu können.
2002 traf die Büroeinrichtungsbranche der bis dahin schwerste und längste Nachfragerückgang der Nachkriegsgeschichte. 2003 erreichte die Krise auch Hund Büromöbel, die nur mit Restrukturierungsmaßnahmen wie Personalabbau nach langer Kurzarbeit, Kostensenkungen in allen Bereichen und dem Streichen der Sonderzahlungen für Mitarbeiter und Geschäftsleitung bewältigt werden konnte. Hund Büromöbel suchte nach neuen Wegen, um für die Zukunft ein Fundament zu schaffen, aus welchem wieder gesundes Wachstum hervorgehen konnte.

Ein Schreibtisch, so Prof. Günter Horntrich, der in die Serienproduktion geht, sei mehr als eine Platte auf zwei Böcken und kein aufgetakeltes Kunststück, das der Architektur die Schau stehlen würde. »Wer im mittleren Preissegment erfolgreich sein will, muss ein gutes Konzept haben. Ich meine damit: Es hat ein intelligentes Grundraster, das nach den Plattform-Gedanken aus der Automobilproduktion funktioniert. Sie können einen simplen Schreibtisch konstruieren, aber mit Zusatzmodulen daraus einen hochkomplexen Arbeitsplatz bauen, der auf alle technischen Gegebenheiten und Notwendigkeiten eingeht. Aber auch die Seitenteile stehen für verschiedene Programme, denn so entstanden die Programmeinheiten Metrum, Votus und Sero mit den jeweils verschiedenen Fußformen (4-Fuß, C-Fuß, A-Fuß). So konnte aus einer Plattform mit den entsprechenden Zubehörteilen die verschiedensten Design-Richtungen mit den unterschiedlichsten Anforderungen zu einer ganzen Modellpalette kombiniert werden.«
Die Zusammenarbeit mit Prof. Horntrich von Yellow Design markierte in der Unternehmensgeschichte der Hund Büromöbel GmbH eine wichtige Wende. Erstmals wurde der Produktgestaltungsprozess als gemeinschaftliche Aufgabe aller Abteilungen verstanden und in Angriff genommen. Mit dieser Zusammenarbeit begann die Fokussierung und Kooperation mit namhaften Architekten.
Der nächste Meilenstein auf dem Weg zu designorientierter Einrichtung: Die Entwicklung von MQ mit der Innenarchitektin Heike Falkenberg, 2006.
Kurze Zeit später nimmt Hund Büromöbel mit MQ auch das erste Mal an der The Office Exhibition in Dubai teil.
Während der Orgatec herrschte – trotz der heraufziehenden Gewitterwolken durch die weltweite Finanzkrise – beste Stimmung und großer Andrang. Hund Büromöbel konnte auf der Messe als einziges Büromöbelunternehmen in der Bundesrepublik seine Serienprodukte und Erzeugnisse der Manufaktur als Einheit für Objekteinrichtung, verbunden mit Dienstleistung erfolgreich präsentieren. Ansprechendes Büroambiente wird immer häufiger als Erfolgsfaktor beim Kampf um die besten Köpfe im Büro erkannt. Dies war ganz deutlich im hohen Design-Ansatz bei der neuen Produktlinie erkennbar: Das Flaggschiff M-Line, das neue Konferenzsystem Metacon und die neue individuelle Konferenzlösung mit integrierter Medientechnologie aus der Manufaktur. Auch konnten im Dienstleistungsbereich die Ergebnisse der Feldversuche akustisch hörbar demonstriert werden: Die Produkte von Hund Büromöbel können zur Lärmdämmung im Büro und zur erhöhten Konzentration der Mitarbeiter beitragen!


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